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Klimaanpassung

Der Klimawandel betrifft Zürich bereits heute

Die globale Temperaturerwärmung wird durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern oder durch die Abholzung der Wälder durch den Menschen beschleunigt. Die Klimaszenarien zeigen dies deutlich. 

Die Veränderungen des Klimas und die Folgewirkungen für Zürich sind gemäss Prognosen vielfältig: Heisse Sommer mit langen Hitzeperioden und erhöhten Gesundheitsbelastungen, sich häufende heftige Regenfälle mit Überschwemmungen oder die Einwanderung invasiver Arten. Zürich wird auch wirtschaftlich von globalen Entwicklungen wie Veränderung der landwirtschaftlichen Produktion oder zunehmenden Flüchtlingsströmen betroffen sein.

Massnahmen der Stadt

Abkühlung an der Limmat in Zürich im Sommer

Um die Gesundheit der Bevölkerung während Hitzeperioden zu schützen, werden die bestehenden Informations- und Hitzewarnsysteme gezielt auf heisse Sommertage weiterentwickelt. Auch fliessen die neuen Erkenntnisse laufend in die Schulungsprogramme der Mitarbeitenden in Alters- und Pflegeeinrichtungen ein.

Auf der Basis der Fachplanung Hitzeminderung sollen Grün- und Freiräume, Strassen und Platzräume insbesondere in stark überwärmten Gebieten klimaoptimiert gestaltet, die Durchlüftung und wichtige Kaltluftentstehungsflächen wie Wald, Landwirtschafts- und Wasserflächen erhalten und weiterentwickelt werden.

Für den Hochwasserschutz hat die Stadt Zürich zusammen mit dem Kanton bereits verschiedene Massnahmen getroffen. Im Projekt «Hochwasserschutz Zürich» ist auch die Stadt vertreten. Sie entwickelte für die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Gefahrenkarte Hochwasser ein integrales Konzept, welches die erforderlichen Massnahmen in den Bereichen Raumplanung, Baurecht, Notfallplanung und baulicher Hochwasserschutz aufeinander abstimmt.

Im Bereich der Entwässerung wurde bei der letzten Überarbeitung der generellen Entwässerungsplanung der Stadt Zürich die erwarteten, zunehmenden Starkniederschläge berücksichtigt. Siehe auch Gewässer.

Aktiv ist die Stadt auch im Monitoring und in der Bekämpfung invasiver Arten. Veränderungen und allfällig damit verbundene Risiken sollen frühzeitig erkannt werden, um darauf reagieren zu können. Zum Beispiel hat die Sektion Biosicherheit des Kantons Zürich die Stadt gestützt auf die Freisetzungsverordnung (Art. 52, FrSV) und die Wohnhygiene Verordnung (§ 17) aufgefordert, die invasive Ameisenart Lasius neglectus zu bekämpfen und möglichst zu tilgen. Die Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich bekämpft diese auf städtischem Grund und eine private Schädlingsbekämpfungsfirma auf privatem Grund.

Auswirkungen des Klimawandels

Zunehmende Hitzebelastung

Der Klimawandel mit häufiger und intensiver auftretenden Hitzewellen verschärft die bereits bestehende Wärmebelastung in der Stadt Zürich. Dies hat Einfluss auf das Stadtklima. Gemäss den Klimaprognosen ist künftig in Zürich mit einer Verdoppelung der jährlichen Hitzetage mit Temperaturen über 30°Grad zu rechnen. Sie nehmen von 22 auf 44 Tage zu, die Zahl der Tropennächte mit Temperaturen über 20°Grad wird sogar noch stärker ansteigen, und zwar von 20 auf 50 Nächte pro Jahr. (Die Klimaszenarien vergleichen die Perioden 1961–1990 und 2021–2040.) Stark betroffen sind Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen oder Kinder. Das hitzebedingte Sterblichkeitsrisiko nimmt bei Tageshöchsttemperaturen von über 30 °C markant zu, selbst wenn es sich nur um einzelne Hitzetage handelt. Problematisch für die Gesundheit ist auch die prognostizierte Zunahme von Tropennächten. Auch ist mit einem steigenden Energiebedarf für die Kälteproduktion zu rechnen und die Nutzung von Freiräumen in Hitzeperioden könnte sich intensivieren.  

Zunehmende Trockenperioden

Schirme und blauer Himmel

Die höheren Temperaturen und die prognostizierten niederschlagsärmeren Sommer haben auch Auswirkungen auf unsere Gewässer und die Lebensräume von Pflanzen und Tieren in Flüssen und Bächen. Lokale und temporäre Trockenheit und damit verbundene Nutzungskonflikte von Wasser können sich verschärfen. Trockenheit verschärft die Konkurrenz um Trinkwasser, Brauchwasser oder Energieproduktion oder Löschwasser für die Feuerwehr. Ernteeinbussen in den landwirtschaftlichen Betrieben in der Stadt und das Waldbrandrisiko können zunehmen.

Steigende Temperaturen   

Mehr Sonnentage bieten auch Chancen für verschiedene wirtschaftlich und gesellschaftliche Bereiche wie Freizeitaktivitäten, Gastrobetriebe oder den Tourismus. Bei genügender Wasserversorgung wird das Pflanzenwachstum begünstigt. Mit steigender Temperatur nimmt der Kühlbedarf in Wohn- und Arbeitsräumen zu. Umgekehrt nehmen Heizenergie und Heizleistung im Winterhalbjahr ab.

Zunehmendes Risiko für Hochwasserereignisse, Erdrutsche und Hangmuren          

Gewitterregen und damit verbundene massive Wasserabflüsse der grossen Gewässer erhöhen das Risiko für Hochwasser. Die Gefährdung der Bevölkerung und das Risiko von Schäden an Infrastrukturen wächst. Im Winter fällt ein wachsender Anteil des Niederschlags als Regen, was häufiger zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen könnte. Insbesondere bei den zunehmend erwarteten Intensivniederschlägen kann die aktuelle Entwässerungsinfrastruktur die Wassermengen nicht aufnehmen; Überflutungen von Strassen oder Gebäuden werden sich mehren.

Stärkere Stürme

Stürme können grossflächigen Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen oder in Grünanlagen, im Wald oder auf den Landwirtschaftsflächen anrichten. Hagel kann lokal zu hohen Wertverlusten führen.

Weniger Schnee, Gletscherrückgang, auftauender Permafrost

Die Wintersaison verkürzt sich. Für die Wasserproduktion im Winter ergeben sich Chancen, weil mehr Schnee in Form von Regen fällt. Vom Gletscherrückgang oder Veränderungen im Permafrost ist Zürich nicht direkt tangiert.

Veränderung der Artenzusammensetzung

Graureiher am Zürichsee

Viele Tiere und Pflanzen reagieren empfindlich auf klimatische Änderungen. Verbreitungsgebiete und Lebensgemeinschaften heimischer Tiere und Pflanzen werden sich deutlich verändern. Einzelne Arten werden aus Zürich abwandern oder aussterben, andere dafür neu hinzukommen. Wärmeliebende Pflanzen und Tiere wandern ein.

Ausbreitung von Schadorganismen, Krankheiten und gebietsfremden Arten   

Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung von Schadorganismen wie Überträger von bisher bei uns nicht verbreiteten Krankheiten. Dazu zählen beispielsweise die Asiatische Tigermücke sowie Pflanzen, die allergen wirken oder die Infrastruktur schädigen können. Das Risiko von Erkrankungen von Mensch und Tier nimmt tendenziell zu.

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