Mobilität

Umweltfreundlich unterwegs
Mobilität ist für unsere Gesellschaft von grossem Nutzen. Strassen- und Flugverkehr schaden jedoch auch Mensch und Umwelt. In der Stadt Zürich sind vor allem Lärm und Luftschadstoffe ein Problem, da sie die Gesundheit belasten. Der hohe Flächenverbrauch durch Verkehrsinfrastrukturen schränkt ausserdem Massnahmen zur Biodiversität und Hitzeminderung im Stadtraum ein. Auf globaler Ebene tragen die Treibhausgasemissionen zum Klimawandel bei. Um eine umweltfreundliche Mobilität zu fördern, setzt sich die Stadt Zürich ein: für den öffentlichen Verkehr, den Fuss- und den Veloverkehr, die Elektrifizierung von notwendigem Motorfahrzeugverkehr, Temporeduktionen sowie Beratungs- und Bildungsangebote für Firmen, Private und Schulen.

Städtische Verkehrsentwicklung

Wachsendes Verkehrsaufkommen

Verschiedene Faktoren beeinflussen das Verkehrsverhalten und -aufkommen: 

  • das Angebot an Strassen und Verkehrsmitteln
  • der Besitz von Führerausweis, Auto oder Abonnement für den öffentlichen Verkehr (ÖV)
  • die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort
  • der Zweck der Reise
  • das Verhältnis zwischen Wohn- und Arbeitsbevölkerung

Die Stadt Zürich sieht sich dabei der Herausforderung eines durch Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum kontinuierlich wachsenden Verkehrsaufkommens gegenüber, während die zur Verfügung stehende Verkehrsfläche gleich bleibt.

Die jährlich erfassten Verkehrsmengen zeigte bis ins Jahr 2019 dennoch eine stetige positive Entwicklung: Während der MIV stagnierte, nahmen ÖV-Nutzung und Veloverkehr zu, das Wachstum wird also primär durch diese umweltfreundlichen Verkehrsmittel abgedeckt. Im Pandemiejahr 2020 ist das Verkehrsaufkommen zwar insgesamt deutlich gesunken, aber nicht gleichmässig über alle Verkehrsmittel: Die Passagierzahlen im ÖV sind sehr viel stärker zurückgegangen als der MIV, während der Veloverkehr trotz oder gerade wegen der Pandemie stark zugenommen hat.

Mittlere Tagesaufkommen an den automatischen Zählstellen (Fuss-, Velo- und motorisierter Individualverkehr) sowie jährliche Verkehrsleistung mit Trams und (Trolley-)Bussen auf dem Stadtgebiet. Die Veränderung gegenüber dem Referenzjahr 2012 wird in Prozent dargestellt (indexiert, 2012 = 100).

Anteile der Verkehrsmittel am Gesamtverkehr verändern sich

Die Erhebungen 2015 des alle fünf Jahre vom Bund durchgeführten «Mikrozensus Mobilität und Verkehr» zeigen: 

  • 75 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher besitzen einen Führerschein
  • 84 Prozent besitzen ein ÖV-Abo
  • 53 Prozent der Haushalte besitzen kein eigenes Auto
  • 73 Prozent der zurückgelegten Fusswege sind kürzer als ein Kilometer
  • 67 Prozent der Wege mit dem Velo sind kürzer als drei Kilometer

Auf dem Stadtgebiet hat sich zwischen 2000 und 2015 die Zusammensetzung des Gesamtverkehrs wie folgt verändert:

  • Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist von 30 Prozent auf 41 Prozent gestiegen.
  • Unverändert kommt dem Fussverkehr mit 26 Prozent grosse Bedeutung zu.
  • Das Velo konnte seinen Anteil von 4 auf 8 Prozent verdoppeln.
  • Dies ging zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs (MIV), dessen Anteil von 40 auf 25 Prozent sank.

Der Bericht «Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2020» wurde aufgrund der Pandemie auf 2021 verschoben. Die Ergebnisse werden in der ersten Jahreshälfte 2023 vorliegen.

Tram und Bus im Aufwind – Autoverkehr stagniert

Die Eröffnung der S-Bahn 1990 sowie die kontinuierliche Umsetzung der städtischen Verkehrspolitik haben dazu geführt, dass das absolute Aufkommen des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf Stadtgebiet seit Anfang der Neunzigerjahre trotz Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum nicht weiter zugenommen hat. 2009 und 2010 war gar eine deutliche Reduktion festzustellen. Grund dafür war die Eröffnung der Westumfahrung 2009 mit der Umsetzung der flankierenden Massnahmen auf der früheren Transitachse Seebahn- und Weststrasse.

Die Nutzung von Tram und Bus hat in den letzten Jahren auf bereits hohem Niveau weiterhin zugenommen. Bevölkerungswachstum und eine konsequente Optimierung, Priorisierung und Weiterentwicklung des Angebots haben den Rückgang der Bus- und Tramnutzung infolge der S-Bahn-Eröffnung mittlerweile wettgemacht. Das Stadtgebiet verfügt heute über ein umfassendes Angebot mit einem dichten Haltestellennetz, das für jede Person innerhalb von 300 Metern ab Wohnung respektive Arbeitsplatz erreichbar ist.

Zürich noch keine Velostadt

Bisher deckt der Veloverkehr nur einen kleinen Teil der in der Stadt Zürich zurückgelegten Wege ab (8 Prozent im Jahr 2015), er nimmt jedoch kontinuierlich zu. Zum Wachstum beigetragen hat wohl auch das Aufkommen der E-Bikes. Das E-Bike erschliesst neue Nutzergruppen (Distanz, Alter, Materialtransport), führt aber auch zu neuen Bedürfnissen und Herausforderungen. Mit der Umsetzung der 2021 verabschiedeten «Velostrategie 2030» soll ein durchgehendes, sicheres und sichtbares Netz von Velorouten in der Stadt entstehen, um das Velofahren für alle Bevölkerungsgruppen attraktiver zu machen.

Elektromobilität im Individualverkehr (noch) unbedeutend

In der Stadt Zürich ist die Elektromobilität vor allem im Bereich des öffentlichen Verkehrs weit verbreitet. Über 80 Prozent des Fahrgastaufkommens der VBZ wird heute mit erneuerbarem Strom bewältigt. Die verbleibenden Dieselbusse sollen bis 2030 durch Fahrzeuge mit elektrischen und emissionsfreien Antrieben abgelöst werden.

Der Markt der Elektromobilität ist stark am Wachsen. Im Kanton Zürich wurden 2020 schweizweit am meisten reine batterieelektrische Fahrzeuge verkauft. Der Anteil am Neuwagenmarkt betrug 12 Prozent. Auch die Modellvielfalt vergrössert sich von Monat zu Monat. Im Individualverkehr kann die Elektromobilität zur ökologischen Zielerreichung beitragen, wenn Nutzerinnen und Nutzer konventioneller Fahrzeuge nicht auf ÖV, Fuss- oder Veloverkehr umsteigen können und wenn der Strom für den Betrieb aus erneuerbaren Quellen stammt. Mit dem Zürcher Strommix lassen sich im Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen 50 Prozent CO2-Emissionen einsparen. Für die Stadt gilt, Elektromobilität so zu fördern, dass das Klimaschutzpotenzial realisiert werden kann, ohne dass dies zu mehr Individualverkehr führt. Dank einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur und begleitenden Massnahmen soll die Elektromobilität zur Reduktion der Treibhausgase und des Lärm beitragen. Bei der eigenen Fahrzeugflotte hat sich die Stadt ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2030 soll 90 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen und die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen sollen bis 2035 auf Netto-Null gesenkt werden. 

Private Flugreisen verzeichnen massive Zunahme

Von 2010 bis 2015 nahmen private Flureisen in der Schweiz um 58 Prozent (Flugbericht 2017), die Flugkilometer pro Person sogar um 78 Prozent zu (Auswertungen des Amts für Raumentwicklung ARE). Die Zürcher Bevölkerung, die vergleichsweise wenig Auto fährt, fliegt deutlich mehr als der Schweizer Durchschnitt (Dichte und Mobilitätsverhalten ARE 2018, S. 32/33).

(Quelle: Umweltbericht Kanton Zürich)

Massnahmen der Stadt Zürich

«Stadtverkehr 2025» umfasst strategische Planungen und Massnahmen in folgenden Mobilitätsbereichen für eine umweltfreundliche Verkehrsentwicklung:

  • Ausbau öffentlicher Verkehr
  • Aufwertung von Verbindungen und Stadträumen
  • Ausbau Veloroutennetz
  • Mobilitätsmanagement d.h. Mobilitätsberatungen, Bildung sowie Information und Kommunikation für eine stadtverträgliche Mobilität
  • Strassenlärmsanierung
  • Parkraumplanung und -bewirtschaftung
  • Zugänglichkeit Bahnhöfe
  • Güter- und Gewerbeverkehr
  • Smart Mobility

Massnahmen der Bevölkerung

So können Sie sich umweltfreundlich fortbewegen:
  • Gehen Sie zu Fuss oder fahren Sie Velo.
  • Bei längeren Strecken reisen Sie bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Benötigen Sie ein Auto, verwenden Sie ein Sharing-Fahrzeug.
  • Verwenden Sie stets das kleinstmögliche und leichteste Fahrzeug.
  • Nutzen Sie Elektrofahrzeuge und verwenden Sie ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen.
  • Verzichten Sie soweit wie möglich aufs Fliegen.
  • Reflektieren Sie Ihr Mobilitätsverhalten regelmässig und bilanzieren Sie dessen ökologischen Fussabdruck.