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Effizienz, Konsistenz, Suffizienz

Effizienz – Energie effizienter nutzen

Für das gleiche Resultat weniger Energie investieren: Auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft müssen Gebäude, Fahrzeuge, Anlagen und Geräte, aber auch ganze Arbeitsprozesse und Versorgungsketten energieeffizienter werden.

Vom Automotor über Haushaltgeräte bis zur Beleuchtung: Viele Geräte sind in den letzten Jahren energieeffizienter geworden: So verbraucht ein Automotor heute zum Beispiel ein Drittel weniger Energie für die gleiche Leistung als vor 20 Jahren. Auch Haushaltgeräte wie Kühlschränke, Kaffeemaschinen oder Tumbler sind in den letzten Jahren sparsamer geworden. Ein weiteres Beispiel sind LED-Leuchten, die fünf- bis achtmal weniger Strom brauchen als herkömmliche Glühlampen.

Trotz all dieser positiven Entwicklungen gibt es auch heute noch zahlreiche Potenziale für mehr Effizienz. Diese gilt es konsequent zu nutzen. Gleichzeitig müssen so genannte Rebound-Effekte verhindert werden: Damit ist gemeint, dass ein Teil der Effizienzeinsparung wieder verloren geht, wenn wir zum Beispiel LED-Leuchten montieren, aber die Wohnung damit viel heller ausleuchten. Oder wenn das neue Auto zwar einen effizienteren Motor hat, aber viel schwerer ist als sein Vorgänger.

Die Stadt Zürich fördert die Energieeffizienz auf verschiedenen Ebenen, z. B. mit energetischen Sanierungen der eigenen Liegenschaften, mit dem Einsatz effizienter Geräte und Fahrzeugflotten oder mit Förderprogrammen und Beratungen, die Bauherrschaften für energetische Sanierungen sensibilisieren oder bei der Beschaffung effizienter Geräte unterstützen.

Konsistenz – Erneuerbare Energie nutzen

Primärenergieverbrauch und Treibhausgasemissionen sinken, wenn Gebäude mit Solar- oder Umweltwärme statt mit fossilen Energien beheizt werden und der Strom aus Wasserkraft, Wind oder von der Sonne statt aus Atomkraft stammt. Deshalb muss die Stadt Zürich den Anteil erneuerbarer Energien weiterhin deutlich steigern.

Gemäss Masterplan Energie sollen bis 2050 vier Fünftel des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Heute ist es fast umgekehrt: Rund 80 Prozent der Primärenergie, die in Zürich verbraucht wird, stammt aus nicht erneuerbaren Energiequellen wie Erdöl, Erdgas oder Uran.

Trotz dem wurde in der Vergangenheit schon einiges erreicht. Seit 1990 ist der Anteil erneuerbarer Energien von 11 auf 19 Prozent gestiegen. Bei der Stromversorgung liegt der Anteil heute bei rund 75 Prozent. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ewz seine Privatkundschaft heute ausschliesslich mit erneuerbarem Strom versorgt. Geschäftskunden, die ihren Stromanbieter im liberalisierten Markt frei wählen können, können weiterhin Produkte mit Atomstrom beziehen. Um den Anteil an erneuerbarem Strom weiter zu erhöhen, baut ewz mit dem Beteiligungsmodell ewz.zuerisolar Solarstromanlagen auf Zürcher Dächern und beteiligt sich an Windkraftwerken.

Bei der Wärmeversorgung ist die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nach wie vor hoch. Aktuell liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei rund 17 Prozent. Um diesen zu erhöhen, schafft und betreibt die Stadt neue Energieverbunde, die Abwärme aus Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben, aus dem Klärwerk Werdhölzli oder erneuerbare Wärme aus der Umwelt wie Grund- oder Seewasser nutzen. Die Stadt unterstützt ausserdem private Eigentümerschaften finanziell, wenn diese Solaranlagen oder Wärmepumpen einsetzen.

Kreisdiagramm: Woher kommt Zürichs Energie? Primärenergie-Anteile nach Energiequellen.

Suffizienz – weniger Energie nutzen

Mit Effizienz und erneuerbaren Energien allein lassen sich die 2000-Watt-Ziele nicht erreichen. Wir müssen auch unser Konsumverhalten hinterfragen und den damit verbundenen Ressourcenverbrauch auf ein verträgliches Mass reduzieren. Der Fachausdruck dafür ist Suffizienz.

Überlegt zu konsumieren, bedeutet nicht a priori Verzicht und Einschränkung. Vielmehr soll mit einem bewussten Konsumverhalten eine andere Lebensqualität entstehen. Plakativ in drei Worten heisst das «einfach besser leben»:

  • wenn Qualität statt Quantität im Vordergrund steht
  • wenn Zufriedenheit durch Zeit und nicht durch möglichst viel Besitz angestrebt wird
  • wenn reisen nicht nur möglichst schnell und weit bedeutet, sondern auch mal das Entdecken der Nähe und den Charme der Langsamkeit
  • wenn die Einweg- und Wegwerfgesellschaft beginnt, mehr zu tauschen, auszuleihen, selber zu machen und zu reparieren

Die Stadt Zürich setzt bewusst Suffizienzmassnahmen um – zum Beispiel mit Belegungsvorschriften für Wohnungen, Carsharing statt eigenen Dienstfahrzeugen oder mit gemeinsam genutzten Druckern und Kopiergeräten.

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