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Das Hauptaufgabengebiet des Psychologischen Dienstes ist die neuropsychologische Diagnostik. Die Neuropsychologie geht davon aus, dass die Steuerung von Verhalten, Fühlen und Denken durch das Gehirn erfolgt. Das Gehirn ist beteiligt, wenn wir sprechen, wenn wir uns bewegen, wenn wir traurig sind, wenn wir noch wissen, was wir am Morgen gegessen haben oder wenn wir autofahren. Ändert sich etwas im Verhalten, im Denken und im Fühlen, nehmen wir an, dass dies eventuell durch eine Schädigung im Gehirn entstanden ist. Ziel der neuropsychologischen Diagnostik ist es, diese kognitiven und affektiven Funktionsstörungen (Aufmerksamkeit, Antrieb, Sprache, Gedächtnis, Planungs- und Kontrollfunktionen, Gefühle etc.) nach einer Hirnschädigung zu beschreiben, zu objektivieren und Ressourcen zur Kompensation zu entdecken. Die neuropsychologische Diagnostik unterstützt die Diagnosestellung bei Demenzverdacht und das spezifische Ausfallsmuster gibt hilfreiche differentialdiagnostische Hinweise. Eine weitere Aufgabe unseres Psychologischen Dienstes ist es, das Rehabilitationspotenzial zu beurteilen und Empfehlungen für die Rehabilitation zu erarbeiten. Im ambulanten Bereich bieten wir zudem Verlaufsuntersuchungen an.

Kontakt

Stadtspital Waid
Universitäre Klinik für Akutgeriatrie

Sekretariat

Karin Saxer / Anita Kemeny
Telefon +41 44 417 26 06
Fax +41 44 417 70 23
Kontaktformular

Leiterin Psychologischer Dienst stationär

Leiterin Psychologischer Dienst ambulant

Diagnostik ist mehr als nur Tests und Psychometrie

Zu Beginn der Untersuchung führen wir ein Gespräch mit den Patientinnen und Patienten und nach Möglichkeit mit den Angehörigen. Inhalt dieses Gesprächs sind die subjektiven Beschwerden und die Veränderungen aus der Sicht der Angehörigen, der Verlauf der Erkrankung und die Aktivitäten des täglichen Lebens. Erst dann führen wir auf das individuelle Leistungsniveau der Patientinnen und Patienten angepasste, standardisierte neuropsychologische Tests durch. Für die Beurteilung sind zudem Verhaltensbeobachtungen während der Untersuchung wichtig. Ein wichtiges Augenmerk gilt auch der Belastung der Angehörigen.

Im Anschluss an die Abklärung folgt die Auswertung aller Befunde und neuropsychologische Beurteilung. Zuhanden des ärztlichen Dienstes verfassen wir einen Bericht und wenn immer möglich teilen wir die Befunde den Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen mit und erklären diese im Detail. Die umfassende neuropsychologische Abklärung dauert in der Regel bis zu 6 Stunden.

Psychotherapeutische Interventionen

Aus Erfahrung wissen wir, dass möglicherweise bereits die Diagnoseeröffnung nach einer ausführlichen neuropsychologischen Abklärung psychotherapeutisch wirksam ist. In der Memory-Klinik führen wir das Gespräch immer interdisziplinär zusammen mit dem ärztlichen Dienst. Meistens nehmen Patientinnen und Patienten sowie deren wichtigste Bezugspersonen daran teil.
 Das einfühlsame Mitteilen der Diagnose wirkt oftmals für die Patientinnen und Patienten wie auch für ihre Angehörigen entlastend. Die Veränderungen im Alltag, die sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Angehörigen sehr einschneidend spürbar sind, erklären wir zusammen mit den neuropsychologischen Befunden. Wir erleben häufig, dass die Angehörigen durch diese umfassenden fachlichen Erläuterungen mehr Verständnis für Patientinnen und Patienten mit Demenz aufbringen und sich dadurch der Alltag erträglicher gestalten lässt.

Aus Zeitgründen bieten wir nur vereinzelt weiterführende, stützende psychotherapeutische Gespräche an.
Je nach Krankheit und Problemlage führen wir individuell abgestimmte, unterschiedliche psychotherapeutische Interventionen durch, die meistens nur wenige Sitzungen dauern, aber nachhaltige Wirkung zeigen. Positive Feedbacks erhalten wir von Patient/innen mit Angststörungen und Depressionen. Aber auch Angehörige von Demenzpatient/innen schätzen es sehr, mit uns Fachperson über das schwierige Zusammenleben zu sprechen und über Verhaltensänderungen nachzudenken. Manchmal bieten wir neuropsychologische Therapien für Patient/innen mit Hirnleistungsstörungen an. Ziel ist es, die Ressourcen der Patient/innen zu stärken, die kognitive Funktionen wie z.B. das Gedächtnis zu trainieren oder entsprechende Kompensationsstrategien zu lernen.

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