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Was ist Angiologie?

Blutkreislauf: Arterien (rot) und Venen (blau)

Die Angiologie befasst sich mit Erkrankungen der Gefässe – das sind Arterien, Venen und Lymphgefässe. Häufige Krankheitsbilder sind zum Beispiel Verengungen der Arterien, welche zu Durchblutungsstörungen führen oder Krampfadern der Beine.

Um feststellen zu können, auf welche Weise ein Gefäss verändert ist, verwenden wir verschiedene Untersuchungsmethoden wie die Duplexsonographie oder die Oszillographen.

Wir kennen die verschiedenen Möglichkeiten, die kranken Gefässe zu behandeln und finden zusammen mit dem Gefässchirurgen und dem interventionellen Radiologen die passende Lösung für Sie.

Häufige angiologische Krankheiten

Arterien

Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die zu Problemen des arteriellen Systems führen können. Die häufigste Krankheit ist die Arteriosklerose. Diese verursacht eine Verkalkung der Gefässe in verschiedenen Körperabschnitten. Je nach Körperregion und/oder Organ manifestiert sie sich folgendermassen: 

  • Herz: Koronare Herzkrankheit
  • Gehirn: Schlaganfall
  • Nieren: Schrumpfnieren
  • Periphere Gefässe der Beine: Arterielle Verschlusskrankheit
  • Augen: Netzhautschädigung
  • Darm: Darminfarkte durch Verschlüsse von Mesenterial-Arterien

Die Arteriosklerose kann zu einer Verengung des Durchmessers der Gefässe führen, so dass auch die Funktionen der betroffenen Organe oder Muskeln beeinträchtigt sein können.

Beispiele arterieller Krankheitsbilder

Sonographie der Halsschlagader

Peripher arterielle Verschlusskrankheit

Die häufigste arteriosklerotische Krankheitsform, die in der Angiologie behandelt wird, ist die peripher arterielle Verschlusskrankheit, im Volksmund auch „Schaufensterkrankheit" oder „Raucherbein" genannt. Es handelt sich um eine Durchblutungsstörung, meist der Beinarterien.

Risikofaktoren der peripher arteriellen Verschlusskrankheit sind: Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin und Blutzuckerkrankheit. Meistens sind Männer im höheren Alter betroffen.
 

Dilatative Arteriopathie

Eine andere häufige Krankheitsform des arteriellen Systems ist die sogenannte dilatative Arteriopathie. Dabei handelt es sich um die Erweiterung arterieller Gefässe (Aneurysmen), die aufgrund altersbedingter Schwäche der Gewebswand oder genetische Faktoren entstehen. Am häufigsten sind hier Männer betroffen die Rauchen oder geraucht haben. Prinzipiell können nahezu alle arteriellen Gefässe Aneurysmen bilden, jedoch in unterschiedlicher Häufigkeit. Leider verursachen die Aneurysmen keine typischen Symptome. In wenigen Fällen berichten Patienten über Bauch- oder Rückenschmerzen, was dann wichtige Warnsymptome sind. In der Regel diagnostiziert man ein Aneurysma der Bauchschlagader mittels Ultraschall. Gefürchtet ist das Platzen der Bauchschlagader, das sich mit stärksten Bauchschmerzen und Kreislaufproblemen äussert.

Es gibt noch weitere, eher seltene Krankheitsformen der Arterien wie entzündliche Gefässerkrankungen, Malformationen und Infektionen. 

Venen

Bei der Doppler- und Duplexsonographie werden die Venen und Arterien mittels Ultraschall untersucht.

Bei den Venen unterscheidet man Krankheiten des oberflächlichen Bein-Venensystems, die sogenannten Krampfadern (Varizen/Varikose/Varikosis) oder Krankheiten des tiefen Bein-Venensystems (Beinvenenthrombose).

Krampfadern

Krampfadern sind die häufigste Erkrankung der Venen. In der Bevölkerung sind, je nach Literaturangaben, sind 20 bis 30 Prozent aller Personen davon betroffen, bei älteren Personen sind es deutlich mehr.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die diese Krankheit begünstigen. Der häufigste ist klar die Vererbung. Die Varikose ist eigentlich keine gefährliche Krankheit, kann aber zu sehr störenden Symptomen führen: 

  • Schwere, müde Beine
  • Nächtliche Wadenkrämpfe
  • Geschwollene Knöchel
  • Juckreiz an den unteren Extremitäten bis hin zu Hautekzemen an den Beinen
  • Chronische und schlecht heilende Wunden an den Unterschenkeln
  • Venenentzündungen

Beinvenenthrombose (tiefe Beinvenenthrombose)

Die tiefe Beinvenenthrombose ist ein akut auftretendes und gefährliches Krankheitsbild. Sie entsteht durch die Bildung eines Blutgerinnsels im Hauptvenensystem der Beine und/oder des Beckens. Dadurch kann das Blut aus dem Bein nicht mehr ungehindert zum Herzen und der Lunge zurückfliessen, so dass es unterhalb des Gerinnsels zu einer venösen Stauung kommt. Das Bein wird geschwollen und schmerzhaft. Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren, die ein solches Krankheitsbild begünstigen: 

  • Kürzlich erfolgte Operation
  • Bettlägerigkeit
  • Erste Zeit nach einer Entbindung
  • Aktive Krebserkrankung, insbesondere unter Chemo- und Radiotherapie
  • Früher durchgemachte Thrombose
  • Eine genetisch bedingte Gerinnungsstörung (Thrombophylie)
  • Flugreise

Lymphgefässe

Ein Lymphgefäss ist anatomisch gesehen mit einem Blutgefäss vergleichbar. Das häufigste Krankheitsbild ist das Lymphödem. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung im Zwischenzellraum. Dies führt meistens zu abends auftretenden betonten Schwellungen. Das Lymphödem kann durch Missbildungen, eine Funktionsstörung der Lymphgefässe oder durch eine mechanische Behinderung des Lymphabflusses (Entzündung, Trauma oder Tumor) bedingt sein.

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