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Vorgehen bei der Strassenlärmsanierung

Lärm soll dort reduziert werden, wo er entsteht. Die Stadt Zürich setzt dabei auf ein Paket aus verschiedenen Massnahmen – aufgrund der teilweise sehr hohen Lärmbelastung ist oft eine Kombination von Massnahmen notwendig. An zahlreichen Strassen wurden bereits Geschwindigkeitsreduktionen eingeführt, vereinzelt auch Lärmschutzwände erstellt. In den kommenden Jahren wird noch mehr Tempo 30 auf den Strassen in der Stadt Zürich umgesetzt. Nach und nach werden zudem lärmarme Beläge eingesetzt.

Bei der Massnahmenplanung ist das Interesse am Gesundheitsschutz der Bevölkerung sorgfältig gegen das Interesse an der möglichst uneingeschränkten Nutzung der Strassen durch den Verkehr abzuwägen. Rund 140 000 Menschen wohnen in Zürich in einem Gebäude mit einer zu hohen Verkehrslärmbelastung über dem Immissionsgrenzwert, 10 000 sogar über dem Alarmwert.

Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Lärmschutzverordnung (LSV) des Bundes verpflichten die Stadt Zürich zur Lärmsanierung der Strassenabschnitte mit zu hoher Lärmbelastung. Der Bund hat das Vorgehen und die Priorisierung der Massnahmen festgelegt. Auch übrige ortsfeste Anlagen (Gewerbe, Industrie, Haustechnik etc.) unterliegen der Lärmsanierungspflicht.

Lärm dort reduzieren, wo er entsteht

Temporeduktionen

Die Stadt Zürich setzt in erster Linie auf Temporeduktionen: 30 statt 50, 50 statt 60 und 60 statt 80 Stundenkilometer. Temporeduktionen sind heute die effektivste und kostengünstigste Lärmschutzmassnahme. Sie verbessern zudem die Lebensqualität und die Sicherheit im Strassenverkehr und ermöglichen ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden. Temporeduktionen senken die Lärmbelastung deutlich wahrnehmbar und dauerhaft. Die Änderung von Tempo 50 auf Tempo 30 reduziert den Lärm um 3 dB.

Eine Studie der Stadt Zürich und des Bundesamts für Umwelt (BAFU) hat sogar ergeben, dass Tempo 30 die empfundene verkehrsbedingte Lärmbelästigung deutlich stärker reduziert als physikalisch nachweisbar. Neben der Reduktion des mittleren Schallpegels verringert Tempo 30 die empfundene verkehrsbedingte Lärmbelästigung zusätzlich um rund 2 Dezibel am Tag und 4 Dezibel in der Nacht. Die Befragung zeigt ausserdem, dass Temporeduktionen dem Wunsch der Anwohnenden entsprechen. Eine grosse Mehrheit von 70 % hat sich Tempo 30 an ihrem Strassenabschnitt gewünscht, bevor das neue Temporegime eingeführt wurde. Nach der Umstellung stieg die Zustimmung bei den Anwohnenden sogar auf 80 %. Der Stadtrat will deswegen in den kommenden Jahren auf den Strassen der Stadt Zürich weitgehend Tempo 30 einführen.

Lärmarme Beläge

Lärmarmer Belag (LAB) kommt überall dort zum Einsatz, wo die Immissionsgrenzwerte trotz Temporeduktionen nicht eingehalten werden können oder wo eine Temporeduktion nicht verhältnismässig ist. Zu den Grundlagen für diese Planung gehört auch eine in Zürich durchgeführte Studie. Die wichtigsten Erkenntnisse zu LAB:

- LAB bringt bei Tempo 50 eine Lärmminderung von 3 dB, bei Tempo 30 sind es 2 dB. Die Kombination einer Temporeduktion auf 30km/h bei gleichzeitigem Einsatz von LAB entlastet somit um insgesamt 5 dB.

- LAB eignet sich insbesondere auch für den Einsatz an stark verkehrsbelasteten Strassenabschnitten.

- Da sich LAB schneller abnutzt als herkömmlicher Strassenbelag, verkürzt sich seine Lebensdauer. Dies wird zu mehr Baustellen in der Stadt Zürich führen. Die Belagserneuerung wird jedoch wie bisher gemeinsam mit anderen Baumassnahmen geplant und umgesetzt, so dass Aufwand, Immissionen und Behinderungen möglichst gering bleiben.

Die Stadt Zürich gewinnt durch den schrittweisen Einbau von LAB sowie durch neue Studien laufend neue Erkenntnisse. Diese werden in der konkreten Umsetzung berücksichtigt.

Lärmausbreitung verhindern

Schallschutzwände

Lärmschutzwand zur Verhinderung der Lärmausbreitung

Dort wo Massnahmen an der Quelle nicht möglich sind oder nicht ausreichen, sind Lärmschutzwände oder -wälle sowie Zwischenbauten eine Alternative. Sie sind jedoch im eng bebauten und stark genutzten Raum nur vereinzelt möglich.

Unter den Standards Stadträume sind Hinweise zu Einsatz und Gestaltung von Schallschutzwänden aufgeführt.

Ersatzmassnahmen

Schallschutzfenster

Lärmschutzwand als Ersatzmassnahme

Bleiben die Immissionsgrenzwerte trotz getroffener Massnahmen überschritten oder sind mögliche Massnahmen unverhältnismässig, so werden dem Strassenhalter für die betroffenen Strassenabschnitte Sanierungserleichterungen gewährt. Das heisst, die Lärmgrenzwerte dürfen weiterhin überschritten bleiben.

Bei Liegenschaften mit erreichtem oder überschrittenem Alarmwert baut die Stadt Zürich Schallschutzfenster ein. Liegt die Lärmbelastung zwischen Immissionsgrenzwert und Alarmwert, leisten Stadt und Kanton Zürich unter bestimmten Voraussetzungen freiwillige Beiträge an Schallschutzfenster.

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