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Das Wichtigste in Kürze

Rathausbrücke im September 2017

Studienauftrag für Ersatzneubau Rathausbrücke

Die Rathausbrücke, auch bekannt unter dem Namen «Gemüsebrücke», ist sanierungsbedürftig. Zudem ist die Wassermenge, die unter ihr durchfliessen kann, bei Hochwasser zu gering. Mit einem Ersatzneubau will die Stadt Zürich vor Hochwasser schützen und einen attraktiven Platz über der Limmat schaffen.

Rathausbrücke um 1895 von Ludwig von Tetmajer
Rathausbrücke um 1895 von Ludwig von Tetmajer, Bildquelle: Lichtdruck Brunner und Hauser

Die Rathausbrücke über der Limmat verbindet in der Zürcher Altstadt das Rathaus und den Limmatquai mit der Schipfe und dem Weinplatz. Ihr Grundriss von rund fünfzig mal fünfzig Metern verleiht der Brücke einen platzartigen Charakter, was sie zu einem wichtigen Treffpunkt innerhalb der Zürcher Fussgängerzone macht. Auf ihr befinden sich Verkaufs- und Verpflegungsbauten und im Herbst jeweils das historische Karussell «Rösslirytschuel». Seit dem Mittelalter dient die Brücke als Marktplatz, was ihr den bis heute gebräuchlichen Namen «Gemüsebrücke» gab. Die mittelalterliche Brücke aus Holz und Stein wurde von Bauingenieur Ludwig von Tetmajer 1882 durch eine gusseiserne ersetzt. Die heutige Brücke wurde von Architekt Manuel Pauli und Bauingenieur Edy Toscano entworfen und in den Jahren 1972/73 gebaut.

Massnahme zum Schutz vor Hochwasser

Das Hochwasserschutzprojekt des Kantons sieht vor, die Stadt Zürich vor einem Hochwasser der Sihl zu schützen, indem es im Ereignisfall Wasser aus der Sihl durch einen Entlastungsstollen in den Zürichsee umleitet. Damit der Zürichseespiegel in der Folge nicht ansteigt, muss die Abflusskapazität der Limmat erhöht werden. Heute bildet die Rathausbrücke ein Nadelöhr, das die Abflussmenge der Limmat begrenzt. Deshalb müssen die Flusssohle bei der Rathausbrücke ausgebaggert und die Pfeiler reduziert und neu gesetzt werden.

Die neue Brücke - ein repräsentativer Begegnungsort

Um die geforderten Abflusskapazitäten unter der Brücke sicherzustellen und den Bedürfnissen an Betrieb, Unterhalt, Nutzung und Gestaltung der Brücke Rechnung zu tragen, muss die Brücke abgebrochen und neu gebaut werden. Die neue Brücke soll ein Ort zum Verweilen mit hoher Aufenthaltsqualität sein und eine attraktive Verbindung zwischen der Altstadt links und rechts der Limmat darstellen, die sich in den historischen Kontext einfügt. Dafür hat das Tiefbauamt einen Studienauftrag ausgeschrieben, der als Grundlage für das Vorprojekt und das Mitwirkungsverfahren nach Strassengesetz dienen soll. Die Ausschreibung dauert noch bis zum 12. Juli 2018.

Abbruch im Jahr 2023

Nach heutiger Schätzung dauert die Projektierung, einschliesslich des Bewilligungsprozesses und der Ausschreibungen, von 2019 bis 2022. Der Abbruch der bestehenden Brücke und der Kioskaufbauten ist ab 2023 zu erwarten. Anschliessend baut das Tiefbauamt die Brücke wieder auf und gestaltet den Platz und die Beleuchtung neu. Der aufwändige Neubau mitten in der Altstadt wird zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten belaufen sich nach einer ersten groben Schätzung auf 36 Mio. Franken.

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