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Effizientere Planungen dank eigenen 3D-Daten

Während der Sommerferien fährt ein spezielles Messfahrzeug durch die Strassen und auf den Schienen von Zürich. Mit dem Projekt «Strassenraum 3D» werden im Auftrag des Tiefbauamts 3D-Aufnahmen des Strassenraums gemacht. Im Unterschied zu kostenlosen Bildservices von privaten Anbieterfirmen können diese Aufnahmen flächendeckend und zu definierten Zeitpunkten erfasst und professionell ausgewertet werden.

Zum Projekt

Fahrzeug, das Bilddaten auf der Strasse erhebt.

Strassen bilden Lebensadern der Stadt. Eine Vielzahl der täglichen Entscheidungsprozesse der städtischen Verwaltung beruht auf der Kenntnis über den genauen Zustand der Strassen, über die Details der Strassengestaltung wie etwa die Bordsteinhöhe, über die Strassenmöblierung wie zum Beispiel die Signalisationen, aber auch auf der Kenntnis über die anliegenden Bebauungen und Pflanzungen. Mit Hilfe von digitalen Strassenfotografien können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Computer aus einen ersten Eindruck von einem beliebigen Ort des Strassenraums gewinnen, Aussendienstarbeiten vorbereiten oder vereinzelt sogar Abklärungen direkt erledigen. 

Die benötigten dreidimensionalen Bilder werden im Rahmen dieses abteilungsübergreifenden Projekts erstellt. Sie dürfen aus Datenschutzgründen nur verwaltungsintern verwendet werden. Vor der Verwendung durch die städtischen Fachstellen werden Personen und Fahrzeugkennzeichen in einem automatischen Prozess anonymisiert.

Die Ersterhebung ist im Juli und August 2020. Die Datenerhebung soll im Abstand von 2 Jahren wiederholt werden.

Befahrung

Fahrzeug, das im Schienennetz die Daten erhebt.

Es werden alle öffentlichen Strassen (ohne Autobahnen) und das gesamte Tramnetz der Stadt Zürich sowie ausgewählte Velowege und Plätze erhoben. Auf den Daten ebenfalls ersichtlich sind die Fassaden, die an die Strassen angrenzen. Während der Fahrt werden kontinuierlich (alle 2 - 3 Meter je nach Fahrgeschwindigkeit) Fotos in hochauflösender Qualität geschossen. Aufgrund der Anordnung der Kameras können im Nachhinein die Koordinaten einzelner Bildpixel berechnet werden. Zur besseren Orientierung und Übersichtlichkeit werden ebenfalls im selben Intervall Panoramafotos geschossen. Die Aufnahmehöhe der Panoramakamera liegt auf  2.50 Metern. Da dabei Orte eingesehen werden können, die ein Passant nicht sehen würde, werden diese Daten zusätzlich anonymisiert.

Das Fahrzeug verfügt zudem über einen Laserscanner, der während der Fahrt die Umgebung abtastet und so eine Punktwolke generiert. Der Laser ist in einer Stärke, die für das Auge nicht gefährlich ist.

Zur Befahrung werden die Strassen der Stadt Zürich in 4 Gebiete eingeteilt und separat befahren. Ebenso wird das Schienennetz vom 10. bis 21. August 2020 sowie das Trolleybusnetz vom 13. bis 19. Juli 2020 der VBZ erfasst.

Die Befahrung der Strassen sind in der Grafik festgehalten.

Die genaue Dauer der Befahrung kann nur schwer vorhergesagt werden, da bei Regen eine Befahrung nicht möglich ist. Das hat einerseits mit den spiegelnden Oberflächen zu tun, die eine Tiefenauswertung verunmöglichen und andererseits mit Regentropfen auf den Kameralinsen, die die Qualität der Bilder beeinträchtigen.

Da ein tiefer Sonnenstand die Qualität der Bilder unter Umständen erheblich einschränken kann wird nur Befahren, wenn die Sonne mindestens 30 Grad über dem Horizont steht. Das bedeutet, dass im Juli zwischen 9.00 und 18.00 Uhr und im August zwischen 9.30 und 17.30 Uhr gefahren wird.

Nutzen des Projekts

Innerhalb der Stadtverwaltung wurde der Bedarf bei einzelnen Dienstabteilungen abgeklärt. Ganz grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Anzahl der Begehungen und Messkampagnen vor Ort reduziert werden können. Mitarbeiter haben neu die Chance virtuell an einen beliebigen Ort im öffentlichen Raum zu springen und können sich dort nicht nur einen Eindruck der Lage verschaffen, sondern auch direkt Koordinaten von Objekten erheben. Folgend sind einige Einsatzgebiete:

  • Erhebung oder Überprüfung von Objekten im öffentlichen Raum (Velopumpstationen, Parkplätze, Baumscheiben, Möblierungen und Vegetation usw.)
  • Erste Beurteilung einer problematischen Infrastruktur im virtuellen Strassenraum
  • Überprüfung des Verkehrsregimes (Bodenmarkierung, Spurenführung, Signalisation) für die Projektierung
  • Grundlagen für Planungs- und Visualisierungsarbeiten
  • Bewilligungen für das Aufstellen von Gerüsten oder Mulden auf öffentlichem Grund sowie Baustellen und Reklame
  • Planung von Ausweichrouten

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