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Gasträume 2014

Kunst inspiriert den Blick auf die Stadt

Baumlichter, Meditationsplattformen, Pavillonskulpturen, Raumerfahrungsexperimente, Performances und ein Hafenkran: «Gasträume 2014 – Kunst auf Zürichs öffentlichen Plätzen» wartet bei der vierten Durchführung einmal mehr mit spektakulären Werken und kontroversen Interventionen im Stadtraum auf.

Der Sommer und die Kunst im öffentlichen Raum sind seit 2010 in Zürich ein Traumpaar. Mit ART AND THE CITY im Jahr 2012 und mit «Gasträume» in den anderen Jahren konnte die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR) zwei Formate entwickeln, die die Auseinandersetzung mit der Stadt auf ein neues, lustvolles und inspirierendes Niveau gehoben haben. «Gasträume» wächst jährlich – an Kunstwerken und an Besucherinnen und Besuchern. In diesem Sommer umfasst der Parcours insgesamt 17 Stationen in der Innenstadt, in Zürich-West und neu in Altstetten.

Einnehmende Funktionalität: Die Sitzbänke von Matt Mullican kommen auf den Paradeplatz zu stehen. Foto: ©Lisa Rastl / KÖR 2013.
Einnehmende Funktionalität: Die Sitzbänke von Matt Mullican kommen auf den Paradeplatz zu stehen. Foto: ©Lisa Rastl / KÖR 2013.

UFO an der Sihl – Baumlampe am Basteiplatz

Wer ab Mitte Juni auf der Sigi-Feigel-Terrasse ein UFO zu entdecken glaubt, liegt nicht ganz falsch: Die monumentale Tasse, die dort vom chinesischen Künstler Qiu Anxiong installiert wurde, ist ein Raum, der gezielt ein anderes Stadterlebnis anbietet und einen Kontrast setzt zur lärmigen Lage an der verkehrsreichen Gessnerallee. Die Halbkugel aus Holz ist begehbar und fordert die Besucherinnen und Besucher auf, sich meditativ mit der Umgebung auseinanderzusetzen – wer sich im Innern aufhält, entledigt sich aller visuellen irdischen Einflüsse und sieht nur den Himmel über sich.

Überraschende Lichtquelle: Valentin Ruhry, «Demut», 2008.
Überraschende Lichtquelle: Valentin Ruhry, «Demut», 2008.

Am Basteiplatz wird der Blick ebenfalls nach oben gezogen. In der Baumkrone einer Kastanie installiert der österreichische Künstler Valentin Ruhry einen aus herkömmlichen Neonröhren bestehenden Würfel, der in der Nacht zum Leben bzw. zum Leuchten erwacht und der städtischen Beleuchtung einen ironischen Akzent verleiht.

Projektskizze zur Skulptur von Sam Falls (Maagplatz).
Projektskizze zur Skulptur von Sam Falls (Maagplatz).

Zu Gast in Altstetten

Zum ersten Mal expandieren die «Gasträume» in den Westen der Stadt, nach Altstetten. Am Vulkanplatz interveniert der Grazer Künstler Michael Kienzer mit einem hybriden Skulpturprojekt. Und auf dem Altstetterplatz fordert die Genfer Künstlerin Annaïk Lou Pitteloud die Passantinnen und Passanten auf, sich mit der Frage der sozialen Distanz im öffentlichen Raum zu befassen. Als «special guest» soll am Altstetterplatz zudem eine bestehende Eisenplastik des grossen Schweizer Bildhauers Bernhard Luginbühl in den Fokus gerückt werden: Das monumentale, an ein prähistorisches Wesen erinnernde Objekt wurde 1991 eingeweiht und zählt zu den Hauptwerken des bedeutenden Künstlers. Wie viele andere Kunstwerke im öffentlichen Raum trägt die Plastik wesentlich zur Identitätsbildung in der Stadt bei.

Text: Christoph Doswald, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (KiöR)



Vernissage:

Donnerstag, 12. Juni, Helmhaus Zürich, Limmatquai 31, 18 Uhr.

Laufzeit:
Die «Gasträume 2014» sind vom 13. Juni bis 15. September 2014 zugänglich.

Jurybericht:
Hier können Sie den Jurybericht downloaden (PDF, 48 Seiten, 2 MB)

Künstler und Künstlerinnen

Annaïk Lou Pitteloud
Valentin Ruhry
Marco Fedele di Catrano
Sam Falls
Matt Mullican
Qiu Anxiong
Mathieu Mercier
Jérôme Leuba
Monica Bonvicini
Michael Kienzer
David Renggli

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