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Gasträume 2013: Special Guests

Nach dem ausserordentlichen Freilicht-Kunstfestival ART AND THE CITY 2012 finden dieses Jahr wieder die  «Gasträume» statt. Neun Projekte wurden von einer Jury ausgewählt und sind während dreier Monate im öffentlichen Raum zu sehen. Parallel dazu kommen erstmals Projekte zum Zug, die kürzer oder länger dauern: Vier sogenannte Special Guests ergänzen das Programm der «Gasträume».

Der Alte Botanische Garten, der sich direkt am Schanzengraben im Zentrum von Zürich befindet, ist ein verwunschener Ort mit einer langen und wechselhaften Geschichte. Die Anlage mit dem wertvollen alten Baumbestand gehört mittlerweile zum Völkerkundemuseum und ist als Park öffentlich zugänglich. Dort richtet der US-amerikanische Multimedia-Künstler Cameron Jamie (*1969) eine Installation ein, die den Titel «Inner Planets» trägt. Parallel zu seiner Ausstellung in der Kunsthalle Zürich und in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Kurator Lynn Kost lässt Cameron Jamie 42 speziell angefertigte Masken aus gebranntem Ton von der Decke des Palmenhauses auf die Besucher herabblicken. Mit seiner spektakulären Installation, die nur vom 1. bis zum 30. Juni zu sehen sein wird, setze Cameron Jamie «das Spiel von Innen und Aussen, von Schein und Sein, von Wahr und Falsch usw. in Gang», schreibt Lynn Kost.

42 frappierende Masken: Die inneren Gesichter von Cameron Jamie im Palmenhaus beim Völkerkundemuseum.

42 frappierende Masken: Die inneren Gesichter von Cameron Jamie im Palmenhaus beim Völkerkundemuseum.

Bilder über dem Rennweg

Mit einer Ausstellung im Haus Konstruktiv verbunden ist das Projekt, das der türkische Künstler Ekrem Yalçindag (*1964) im Rennweg umsetzt. Die beliebte Einkaufsmeile wird von Yalçindag mit 15 monumentalen Fahnenbildern überspannt, die in der Gasse eine vollkommen neue Raumerfahrung schaffen. Indem der Künstler mit seinen farbenprächtigen Motiven abendländische Beflaggungskultur mit morgenländischer Emblematik verbindet, hebelt er die Stereotypen unserer Wahrnehmung aus.

Ungewohnte Fahnen: Farbenpracht von Ekrem Yalçindags über dem Rennweg.

Ungewohnte Fahnen: Farbenpracht von Ekrem Yalçindags über dem Rennweg.

Neonleuchten beim Gleis 51

«Gasträume 2013» integriert auch ein Projekt, das die AG KiöR in Zusammenarbeit mit der SBB im neuen Stadtteil Europaallee umgesetzt hat. Dort, zwischen Sihlpost und Hauptbahnhof, befindet sich eine Neon-Installation des Zürcher Künstlers Kerim Seiler (*1974). Auf der gesamten Länge des letzten Gleises, das ans Stadtgebiet angrenzt, hat der Künstler 107 verschiebbare Glaselemente mit integrierten Neonleuchten in unterschiedlichen Farbtönen angebracht. Besonders gut sichtbar ist das Kunstwerk von morgens zwei bis sechs Uhr – nämlich dann, wenn die Elemente den sogenannten Nachtabschluss bilden, sich also zur Wand fügen, die den Bahnhof von der Stadt trennt.

Leuchtende Grenze: Kerim Seilers Neon-Installation markiert den Übergang zwischen HB und Europaallee.

Leuchtende Grenze: Kerim Seilers Neon-Installation markiert den Übergang zwischen HB und Europaallee.                                                                                                                       Bild: Pro Litteris

Grosse Geister an der Seepromenade

An die Seepromenade beim Bellevue kommt schliesslich eine Reihe von Skulpturen zu stehen, die der deutsche Bildhauer Thomas Schütte (*1954) geschaffen hat. «Vier Grosse Geister», so der Titel des Werkes, das in Zusammenarbeit mit der Basler Fondation Beyeler gezeigt wird, sind rund 2,5 Meter hoch und aus Bronze gegossen. «Durch ihre Gestik», schreibt die Fondation Beyeler, laden die Skulpturen die Passantinnen und Passanten ein, «mit ihnen in Kontakt zu treten. Durch das Imitieren einer Pose oder die stille Betrachtung der eigenwilligen Figuren können Kinder wie Erwachsene das Werk auf individuelle Weise erleben.»

Text: Christoph Doswald



Die Vernissage von «Gasträume 2013 – Kunst auf öffentlichen Plätzen Zürichs» findet am Donnerstag, 6. Juni 2013, ab 18 Uhr, im Helmhaus Zürich am Limmatquai 31 statt.


Laufzeit: Die «Gasträume 2013» sind vom 7. Juni bis 7. September 2013 zugänglich.


Ausstellungsorte und KünstlerInnen:

  • Paradeplatz: Lori Hersberger
  • Sigi-Feigel-Terrasse: Reto Boller
  • Uraniawiese (Basteiplatz): Melli Ink
  • Turbinenplatz: Teresa Margolles
  • Steinfelsplatz: Stefan Burger
  • Maagplatz: Mark Handforth
  • Tesssinerplatz: Sofia Hultén
  • Ecke Duttweiler-/Pfingstweidstrasse: Pascal Kohtz

Diverse Standorte: F+F Schule für Kunst und Mediendesign: ACT '13 Zürich, Performance Festival


Jurybericht:
Den Bericht der Jury zu den eingereichten Projekten finden Sie hier





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